Geschichte

Historie des Hallerschlosses in Nürnberg-Mögeldorf

Tausende Jahre Geschichte an einem magischen Ort

Die Geschichte des Standortes auf den Pegnitzterrassen reicht über 6.000 Jahre zurück – von steinzeitlichen Siedlungsspuren über mittelalterliche Kaiserbesuche bis hin zur Ära der Nürnberger Patrizier. Wir dokumentieren hier die Entwicklung dieses besonderen Ensembles vom wehrhaften Wohnturm zum repräsentativen Herrensitz.

3.500 v. Chr.

Die Wiege auf den Pegnitzterrassen

Die Geschichte des Areals rund um den Mögeldorfer Kirchhof und das Hallerschloss ist weit älter als die ersten schriftlichen Aufzeichnungen vermuten lassen. Bereits um 3.500 v. Chr. nutzten Menschen der Jungsteinzeit die geschützte Lage der Pegnitzterrassen als Siedlungsraum. Archäologische Funde aus der Zeit zwischen 1.200 und 800 v. Chr. belegen zudem eine kontinuierliche Besiedelung während der Bronzezeit, was die jahrtausendelange Bedeutung dieses Standortes unterstreicht.

10. – 13. Jahrhundert

Vom Königshof zum Zentrum der Reichspolitik

Der Sprung in die dokumentierte Geschichte erfolgte im Mittelalter. Um das Jahr 950 entstand mit dem Königshof Megilo ein herrschaftlicher Wirtschaftshof, der zum administrativen Zentrum der Region wurde. Im 11. Jahrhundert trat der Ort schließlich ins Rampenlicht der Reichspolitik: Urkunden belegen Aufenthalte von König Konrad am 6. Mai 1025 sowie eine Übernachtung durch Kaiser Konrad am 19. September 1030. Während der Stauferzeit festigte sich die Bedeutung des Ortes als Ministerialsitz des Reichsbutiglers zu Nürnberg, bevor im 13. Jahrhundert die Nürnberger Burggrafen die Macht übernahmen und die Rechte an der dortigen „kleinen Burg“ für sich reklamierten.

15. Jahrhundert

Die Transformation zum Patrizier-Schlösschen

Einen entscheidenden Wendepunkt markiert das späte 15. Jahrhundert. Nachdem Hans Tetzel den Sitz erworben hatte, verpflichtete er sich 1482 gegenüber dem Nürnberger Rat, den Wehrbau nur an Nürnberger Bürger zu veräußern. In dieser Zeit begann die Transformation der mittelalterlichen Turmburg zum repräsentativen Patrizier-Schlösschen. Dendrochronologische Analysen datieren das markante Fachwerk-Obergeschoss auf das Jahr 1502, welches auf den massiven Grundmauern des deutlich älteren Wohnturms errichtet wurde.

16. Jahrhundert

Glanzvolle Namen und intensives Leben

Im 16. Jahrhundert wechselten die Besitzer zwischen einflussreichen Unternehmerfamilien wie den Augsburger Grandern und Hieronymus Rehlinger, bis das Anwesen 1555 an Wolf VIII. Haller von Hallerstein gelangte, den Reichspfennigmeister Kaiser Karls V. Ein spannendes Zeugnis des sozialen Lebens jener Zeit liefert ein Waldamts-Bericht von 1617: Das Schloss war damals eine lebendige, fast überfüllte Wohngemeinschaft. Vom Bortenwirker im Erdgeschoss bis zum Taglöhner, der in einer winzigen Kammer im ehemaligen Taubenschlag unter dem Dach hauste, war jeder Winkel des Anwesens vermietet und genutzt.

17. Jahrhundert

Die Ära Imhoff und der barocke Ausbau

Nachdem der Sitz 1652 an die Familie Schlüsselfelder und schließlich 1666 durch Heirat an die Familie Imhoff gefallen war, erlebte die Anlage eine barocke Blütezeit. Um 1691 wurde die Zinsscheune zu einem zweiten Wohngebäude umgebaut – dem heute nach der Familie benannten Imhoff-Bau. Über 140 Jahre lang blieb das Schloss im Besitz der Imhoffs, bis es 1810 in bürgerliche Hände verkauft wurde.

19. – 20. Jahrhundert

Der Weg in die Moderne

Das 19. Jahrhundert war geprägt von bürgerlichem Besitz, endete jedoch 1857 im Konkurs des damaligen Eigentümers Ernst August Weber. In der Folge wurde der historische Herrensitz zerschlagen: Das Herrenhaus, der Imhoff-Bau und die Nebengebäude gingen in verschiedene Hände über. Das mittelalterliche Herrenhaus gelangte so an die Familie Quenzler, bevor es 1964 von der Familie Röschlau erworben wurde. Seit 2014 befindet sich das geschichtsträchtige Ensemble im Besitz der Familie Röder, die das Erbe dieses besonderen Ortes bis heute bewahrt.

21. Jahrhundert

Zehnjährige Restaurierung

Das Ensemble wurde aufwendig auf seine Erscheinungsform um 1500 restauriert und möchte nun wieder durch Übernachtungen und mit Gästen auf Zeit belebt werden und durch Ihre Veranstaltungen und Ideen bespielt werden. Erfahren Sie mehr über die aufwendigen Maßnahmen zur Sicherung und fachgerechten Instandsetzung der historischen Bausubstanz.

Werden Sie Teil einer tausendjährigen Geschichte.

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Wichtiger Hinweis

Das privat von drei Generationen der Eigentümerfamilie bewohnte Hallerschloss ist kein klassischer Beherbergungs- oder Veranstaltungsbetrieb. Es öffnet seine Tore exklusiv und nur dosiert für ausgewählte Gäste und besondere Veranstaltungen.

Adresse

Kirchenberg 7

90482 Nürnberg

OT Mögeldorf

Kontakt

T: +49 (0)171 937 65 55

info@hallerschloss-nuernberg.de

Ansprechpartner: Michael Röder